Menstruationsbeschwerden
Leichte Menstruationsbeschwerden – wie mäßige Bauchkrämpfe, Ziehen in den Beinen und im unteren Rücken während des ersten Blutungstages – sind als normal einzustufen. Heftige Schmerzen, starke Blutungen, Übelkeit oder die Nichtbewältigung des Alltages sowie unregelmäßige Menstruationsblutungen sind nicht normal und auch nicht „schicksalsbedingt“. Bei derartigen Menstruationsbeschwerden bitte ich Sie, diese mir gegenüber anzusprechen. Eine gynäkologische Untersuchung und ein ausführliches Anamnesegespräch sind nötig, um die Ursache der Beschwerden zu erforschen und eine geeignete Therapie einzuleiten. Häufig sind komplementärmedizinische Methoden erfolgversprechend, nebenwirkungsfrei und sehr angenehm.
Endometriose
Die Endometriose ist eine gutartige Wucherung von Gebärmutterschleimhautinseln außerhalb der Gebärmutterhöhle. Bei jeder Monatsblutung verursachen diese versprengten Zellinseln am Ort ihrer Ansiedelung starke Beschwerden. Dies kann den Darm, die Blase, die Beckenwand, die Eierstöcke, die Gebärmuttermuskeln (Adenomyose) und sogar die Oberbauchorgane betreffen. Folgen sind übermäßig starke Schmerzen bei der Menstruation – eventuell begleitet von Stuhl- und Harnproblemen sowie häufige Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Chronischer Unterbauchschmerz und Unfruchtbarkeit können Folgeerkrankungen sein. Bei Verdacht auf Endometriose biete ich Ihnen eine ausführliche Beratung unter Abwägung der möglichen Therapieoptionen, um die ideale Behandlungsmethode für Sie zu finden.
Infektionen des Unterleibes
Vaginale Infektionen, die sich vor allem durch Jucken, Brennen und Wundheitsgefühl sowie fischig riechenden Ausfluss zeigen, werden entweder durch einen Pilz oder Bakterien ausgelöst. Schmerzhafte Bläschenbildungen wird zumeist durch Herpes genitalis verursacht. Einige dieser Keime sind ansteckend, andere breiten sich erst in der Scheide aus, wenn die natürliche Scheidenflora gestört ist. Durch Stress, Überanstrengung, Antibiotikaeinnahme, Thermenbesuche (Chlorwasser), Schwitzen im Intimbereich kann ein ungünstiges Scheidenmilieu entstehen, in dem Pilze und/oder Bakterien wie Garnerella und Enterokokken die Scheidenflora überwuchern und typische Beschwerden erzeugen. Herpes genitalis kann nach einer heftigen Erstinfektion ebenfalls bei geschwächter Immunität rezidivierend auftreten. Ein großes Problem bilden Chlamydien. Jungen Frauen empfehle ich eine Untersuchung hinsichtlich einer möglichen Chlamydieninfektion in regelmäßigen Abständen . Chlamydien können keine oder eher milde Unterbauchbeschwerden verursachen. Die Ausbreitung des Keimes in der Bauchhöhle führt allerdings oft zu Unfruchtbarkeit. Erkennt man die Infektion rechtzeitig, kann sie leicht geheilt werden.
Dass durch die Gebärmutter und Eileiter in die Bauchhöhle aufsteigende Bakterien schwere Erkrankungen wie Eileiterabszesse erzeugen, ist selten der Fall – muss aber ebenfalls bedacht werden.
PCOS
Verstärkte Gesichts- und Körperbehaarung (Härchen um die Brustwarzen, an den Oberschenkeln oder im Bauchnabelbereich) sowie Akne, zu seltene Menstruationen und Schwierigkeiten, schwanger zu werden, weisen auf das polyzystische Ovarsyndrom hin. Oft beginnt dieses bereits in der Pubertät. Viele Frauen leiden an einer leichten Form, die durch sanfte, ganzheitliche Behandlungsmethoden und Lifestyleberatung geheilt werden können. Reicht dies nicht aus, stehen effiziente medikamentöse Therapien zur Verfügung.
Gynäkologische Tumore
Der Krebsabstrich vom Gebärmutterhals (nach dem Arzt Papanicolaou auch PAP-Abstrich genannt) ist Teil der routinemäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung. Er dient dazu, Erkrankungen des Gebärmutterhalses (Zervix) – wie Entzündungen durch Infektionen, Atrophie und vor allem Karzinome – möglichst in einem Vorstadium zu entdecken, um rechtzeitig eine effektive Therapie durchführen zu können.
Gutartige Unterleibstumore wie Myome und Ovarialzysten sollten auch bei Beschwerdefreiheit regelmäßig kontrolliert werden. Es ist selten notwendig, sie umgehend zu operieren. Bei Befunden, die Sie beunruhigen oder die Ihnen nicht ausreichend erklärt wurden, können Sie mich gerne für eine Zweitmeinung aufsuchen. Bitte bringen Sie alle Vorbefunde mit. Ich werde Ihnen ausführlich die Diagnose sowie alle Behandlungsmöglichkeiten erklären und eine für Sie passende Therapie empfehlen.
Senkungsbeschwerden
Der weibliche Beckenboden ist eine durch Schwangerschaft, Geburt und schwere körperliche Arbeit belastete Körperregion. Senkungsbeschwerden (Zystozele, Rektozele) mit oder ohne Inkontinenz betreffen vor allem Frauen nach mehreren oder schweren Geburten und/oder Frauen mit schwachem Bindegewebe.
Es gibt viele Therapieoptionen – von Beckenbodentraining, Pessartherapien, Hatha-Yoga mit Augenmerk auf den Mula Bandhas, Biofeedback bis hin zur operativen Sanierung. Nach ausführlicher Untersuchung und einem Anamnesegespräch kann ich mit Ihnen gemeinsam ein auf Sie zugeschnittenes Therapiekonzept entwickeln.